Schule & Bildung

Mittelschulen & Berufsbildung

Nach der obligatorischen Schulzeit treten die Schülerinnen und Schüler in die Sekundarstufe II über. In der Schweiz schaffen über 90 Prozent der Jugendlichen einen Abschluss auf der Sekundarstufe II. Der Kanton Zürich hat sich gemeinsam mit dem Bund und den Organisationen der Arbeitswelt (OdA) das Ziel gesetzt, diese Zahl weiter zu erhöhen.

Mittelschule und Berufsbildung

Die Sekundarstufe II gliedert sich in die Bereiche allgemeinbildende Ausbildungsgänge sowie berufliche Grundbildung. Zu den allgemeinbildenden Ausbildungsgängen gehören die gymnasialen Maturitätsschulen und die Fachmittelschulen. Sie bereiten auf Ausbildungsgänge an den Hochschulen vor.

In der beruflichen Grundbildung erlernen die Jugendlichen einen Beruf. Sie wird mehrheitlich in Lehrbetrieben mit ergänzendem schulischem Unterricht absolviert. Die berufliche Grundbildung kann auch in schulischen Vollzeitangeboten stattfinden. Zusätzlich können die Jugendlichen eine Berufsmaturität erlangen. Nach einem Abschluss der beruflichen Grundbildung können auf der Tertiärstufe weitere Aus- und Weiterbildungen im Bereich der höheren Berufsbildung absolviert werden.

Allgemeinbildende Ausbildungsgänge (Sek II)

Gymnasium

Das Gymnasium bildet Schülerinnen und Schüler mit sehr guten Schulleistungen aus, die später an einer Hochschule studieren möchten.

Die Bildungsgänge der Gymnasien dauern sechs Jahre (Langgymnasium) oder vier Jahre (Kurzgymnasium). Sie führen zur eidgenössisch anerkannten Maturität. Diese berechtigt die Absolventinnen und Absolventen zu einem Studium an den Schweizer Universitäten, den Eidgenössischen Technischen Hochschulen oder den Pädagogischen Hochschulen. Nach einem Praktikum ist auch ein Studium an einer Fachhochschule oder einer Höheren Fachschule möglich. Das Abschlusszeugnis des Liceo Artistico berechtigt zudem zum Studium an italienischen Kunstakademien und Hochschulen.

Fachmittelschule

Die Fachmittelschule bereitet Schülerinnen und Schüler auf eine höhere Ausbildung in einem spezifischen Berufsfeld vor. Sie schliesst an die 3. Sekundarklasse an und dauert drei respektive vier Jahre. Sie führt zu einem eidgenössisch anerkannten Fachmittelschulausweis (3 Jahre) respektive einer Fachmaturität (4 Jahre). Der Fachmittelschulausweis ermöglicht den Zutritt zu einer Höheren Fachschule, die Fachmaturität berechtigt zu einem Studium an einer Fachhochschule.

Berufliche Grundbildung (Sek II)

Berufliche Grundbildung

Eine berufliche Grundbildung vermittelt Fertigkeiten und Kenntnisse, die zur Ausübung eines Berufs notwendig sind. Sie schliesst an die 3. Sekundarklasse an und erfolgt in einer zweijährigen Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) oder einer drei- bis vierjährigen Grundbildung mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ). Ergänzend zur beruflichen Grundbildung kann die eidgenössische Berufsmaturität erworben werden.

Mittelschule und Berufsbildung

Eine berufliche Grundbildung findet an den drei Lernorten Lehrbetrieb, Berufsfachschule und überbetriebliches Kurszentrum statt. Der Lehrbetrieb bildet die lernende Person in der beruflichen Praxis aus. Der schulische Teil der beruflichen Grundbildung besteht aus allgemeiner schulischer Bildung sowie aus berufskundlichem Unterricht. Zuständig dafür sind die Berufsfachschulen. Ergänzend besuchen die Lernenden überbetriebliche Kurse, die von den Berufs- und Branchenverbänden angeboten werden.

Schulisch organisierte Grundbildungen

Für gewisse Berufe ist es möglich, das eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ) im Rahmen eines schulischen Vollzeitangebots zu erwerben. Es handelt sich dabei um ein Angebot einer privaten Bildungsinstitution oder um ein öffentliches Angebot wie die Handelsmittelschule (HMS) oder die Informatikmittelschule (IMS). Die Lernenden besuchen eine Vollzeitschule und sammeln die Erfahrungen im Betrieb in Form von Praktika, die bis zu einem Jahr dauern können. Die Handelsmittelschule sowie die Informatikmittelschule schliessen beide mit dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) sowie mit der Berufsmaturität ab. Dies ermöglicht den prüfungsfreien Zugang zur Fachhochschule.

Berufsmaturität

Die Berufsmaturität (BM) ist ein eidgenössisch anerkannter Abschluss. Dieser verknüpft eine berufliche Grundbildung (Berufsabschluss mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis) mit einer anspruchsvollen Allgemeinbildung (Berufsmaturität). Sie kann während der beruflichen Grundbildung (BM 1) oder nach Abschluss der beruflichen Grundbildung (BM 2) im Rahmen einer Vollzeitschule oder berufsbegleitend erworben werden.
Die Berufsmaturität berechtigt zu einem Studium an einer Fachhochschule. Mit einer Ergänzungsprüfung («Passerelle») ist auch ein Studium an einer Hochschule (Universität, ETH) möglich. Ein Aufnahmeverfahren öffnet ausserdem den Weg an eine Pädagogische Hochschule.

Höhere Berufsbildung (Tertiärstufe)

swissskillsbern2014
Foto: SwissSkills

Die höhere Berufsbildung bildet zusammen mit den Hochschulen (Universitäten und Fachhochschulen) die Tertiärstufe des schweizerischen Bildungssystems. Sie steht Personen mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder einem gleichwertigen Abschluss auf Sekundarstufe II offen, die ihr Fachwissen vertiefen und sich in ihrem Fachbereich spezialisieren möchten.

Die höhere Berufsbildung baut auf der beruflichen Erfahrung auf. Sie kombiniert Unterricht und Berufspraxis und stellt so das duale System der Berufsbildung auch auf der Tertiärstufe sicher.

Die Bildungsangebote der höheren Berufsbildung unterteilen sich in die eidgenössischen Prüfungen (Berufsprüfung und höhere Fachprüfung) und Bildungsgänge an höheren Fachschulen (HF).